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Notfallwarnungen per Handy

Warnt mein Handy bei Hochwasser, Großbrand oder anderen Gefahren? Wir erklären einfach, wie Cell Broadcast funktioniert, warum keine App nötig ist und wie Sie prüfen können, ob Ihr Smartphone Warnmeldungen empfängt.

Bild: ChatGPT

Das Smartphone erinnert uns an Termine, meldet neue Nachrichten und sagt uns, ob es morgen regnet. Aber kann es uns auch warnen, wenn tatsächlich Gefahr droht – etwa bei einem Großbrand, Hochwasser oder einer anderen Katastrophe?

Die Antwort lautet: Ja. Und dafür muss nicht einmal eine Warn-App installiert sein.

Möglich macht das Cell Broadcast. Der etwas sperrige englische Begriff bezeichnet ein System, mit dem Behörden Warnmeldungen direkt an Mobiltelefone in einem bestimmten Gebiet schicken können.

Gerade für ältere Menschen lohnt es sich, einmal zu prüfen, ob das eigene Handy dafür vorbereitet ist.

Cell Broadcast – eine Warnung für alle Handys in einem Gebiet

Bei einer normalen SMS wird eine Nachricht gezielt an eine bestimmte Telefonnummer geschickt. Cell Broadcast funktioniert anders.

Eine Warnung wird über die Mobilfunkmasten in einem betroffenen Gebiet ausgestrahlt. Alle geeigneten und empfangsbereiten Mobiltelefone, die sich dort befinden, können die Meldung erhalten. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich, und die Behörden müssen weder Ihren Namen noch Ihre Telefonnummer kennen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) weist ausdrücklich darauf hin, dass dabei keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Cell Broadcast.

Das ist auch der Grund, weshalb Cell Broadcast ohne eine zusätzlich installierte App funktioniert: Die Technik ist Bestandteil des Mobilfunks und des Betriebssystems des Smartphones.

Wie sieht eine solche Warnung aus?

Eine Cell-Broadcast-Warnung ist kaum zu übersehen. Auf dem Bildschirm erscheint eine deutlich sichtbare Warnmeldung. Je nach Warnstufe wird sie von einem auffälligen Tonsignal und einer Vibration begleitet.

In der Nachricht steht kurz, was passiert ist und was Sie tun sollen. Da eine Cell-Broadcast-Meldung höchstens 500 Zeichen enthalten kann, liefert sie allerdings keine ausführlichen Informationen. Das BBK empfiehlt deshalb, sich anschließend zusätzlich beispielsweise über eine Warn-App oder einen lokalen Radiosender zu informieren.

Wichtig zu wissen: Über Cell Broadcast wird derzeit noch keine Entwarnung verschickt.

Funktioniert das mit jedem Handy?

Leider nicht.

Nach Angaben des BBK sind grundsätzlich neuere Smartphones geeignet, wenn mindestens Android 11 beziehungsweise beim iPhone iOS 16.1 installiert ist. Bei älteren Geräten kann Cell Broadcast möglicherweise nicht funktionieren. Auch regelmäßige Software-Aktualisierungen sind wichtig.

Damit eine Warnung ankommt, muss außerdem das Handy

  • eingeschaltet und ausreichend geladen sein,
  • Verbindung zum Mobilfunknetz haben und
  • darf sich nicht im Flugmodus befinden.

Auch das Mobilfunknetz selbst muss funktionieren.

Weitere technische Informationen finden Sie beim BBK: Voraussetzungen für Cell Broadcast.

Das bedeutet beispielsweise: Wer sein Smartphone nachts grundsätzlich ausschaltet, kann in dieser Zeit auch keine Warnung über Cell Broadcast erhalten. Das BBK empfiehlt deshalb, das Handy in einer Krisensituation auch nachts empfangsbereit zu halten.

Muss ich Cell Broadcast einschalten?

Hier wird es etwas komplizierter, weil die Einstellungen je nach Smartphone unterschiedlich aussehen können.

Warnungen der höchsten Warnstufe können grundsätzlich nicht abgeschaltet werden. Warnungen niedrigerer Stufen lassen sich dagegen bei manchen Geräten deaktivieren.

Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick in die Einstellungen.

Auf einem Android-Smartphone können Sie in den Einstellungen nach Begriffen wie „Notfallwarnungen“, „Drahtlose Notfallwarnungen“ oder „Cell Broadcast“ suchen.

Beim iPhone befinden sich entsprechende Einstellungen – abhängig von der verwendeten iOS-Version – im Bereich Mitteilungen bei den Warnhinweisen.

Da Hersteller und Betriebssysteme die Menüs verändern können, ist die Suchfunktion in den Einstellungen oft der einfachste Weg.

Unser Tipp: Nehmen Sie Ihr Smartphone einmal zur Hand und geben Sie in der Suche der Einstellungen einfach das Wort „Warnung“ ein. Schauen Sie anschließend nach, welche Warnmeldungen aktiviert sind.

Brauche ich dann die Warn-App NINA überhaupt noch?

Ja, sie ist weiterhin sinnvoll.

Cell Broadcast hat einen großen Vorteil: Die Warnung erreicht sehr viele Menschen schnell und ohne vorherige Anmeldung oder Installation einer App.

Eine Warn-App kann dagegen wesentlich ausführlichere Informationen liefern. Außerdem lassen sich dort bestimmte Orte auswählen. So können Sie sich beispielsweise auch über Gefahren am Wohnort von Angehörigen informieren.

Das BBK betrachtet Cell Broadcast deshalb als Ergänzung zu anderen Warnwegen. Informationen zur Warn-App finden Sie auf der offiziellen Seite zur Warn-App NINA.

Im Ernstfall sollte man sich ohnehin nicht auf einen einzigen Informationsweg verlassen. Warnungen können zusätzlich über Sirenen, Radio, Fernsehen, Warn-Apps und weitere Kanäle verbreitet werden.

Eine gute Gelegenheit zum Testen: der Warntag

Ob das eigene Smartphone Warnungen empfängt, lässt sich nicht beliebig ausprobieren. Eine gute Gelegenheit bietet aber der Bundesweite Warntag.

Der nächste findet am 10. September 2026 statt. Gegen 11 Uhr wird eine Probewarnung über die angeschlossenen Warnsysteme verschickt. Dazu gehört auch Cell Broadcast.

Aktuelle Informationen und Hinweise zum Ablauf veröffentlicht das BBK auf seiner Seite zum Bundesweiten Warntag.

Wenn Ihr Smartphone an diesem Tag eine Warnmeldung anzeigt und Alarm schlägt, wissen Sie: Das System erreicht Ihr Gerät.

Bleibt das Handy dagegen still, obwohl andere Personen in Ihrer Umgebung die Warnung erhalten, sollten Sie anschließend die Einstellungen, die Betriebssystemversion und gegebenenfalls die Unterstützung von Cell Broadcast durch Ihr Gerät überprüfen.

Digitale Teilhabe bedeutet auch Sicherheit

Beim Smartphone denken wir häufig zuerst an WhatsApp, Fotos, Navigation oder Online-Banking. Doch das kleine Gerät in der Tasche übernimmt inzwischen noch eine weitere Aufgabe: Es kann Teil unserer persönlichen Vorsorge sein.

Gerade deshalb sollte man wissen, welche Warnmöglichkeiten das eigene Handy bietet und ob sie funktionieren.

Das ist eine kleine Übung, die vielleicht fünf Minuten dauert. Im Ernstfall können diese fünf Minuten gut investierte Zeit gewesen sein.

Quellen und weitere Informationen


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Warnt mein Handy bei Hochwasser, Großbrand oder anderen Gefahren? Wir erklären einfach, wie Cell Broadcast funktioniert, warum keine App nötig ist und wie Sie prüfen können, ob Ihr Smartphone Warnmeldungen empfängt.

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Cell Broadcast warnt Smartphones bei Gefahren auch ohne Warn-App. Erfahren Sie, wie das System funktioniert und wie Sie prüfen, ob Ihr Handy Warnmeldungen empfängt.


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