„Einfach tauschen“ scheitert manchmal – aber Warten kann helfen
Du hast einen neuen Router gekauft, alles liegt bereit, und der Plan ist klar: alter Router raus, neuer Router rein – fertig. Genau so klappt es an DSL-Anschlüssen oft problemlos. Am Glasfaseranschluss kann dieser schnelle Wechsel jedoch überraschend frustrierend sein. Besonders häufig liest man das bei Deutsche Glasfaser in Verbindung mit FRITZ!Boxen. Wichtig ist aber: Das ist nicht auf diese Kombination beschränkt. Ähnliche Effekte können grundsätzlich auch bei anderen Routern und anderen Glasfaseranbietern auftreten.
Der Grund ist nicht, dass der neue Router „schlecht“ wäre oder du etwas falsch angeschlossen hast. Es liegt daran, wie der Internetzugang im Hintergrund organisiert wird. Ein Glasfaseranschluss vergibt Internet-Adressen nicht dauerhaft, sondern zeitlich begrenzt – und er merkt sich dabei, welches Gerät gerade „dran“ ist.
Wenn der Anschluss sich den alten Router noch „merkt“
Damit ein Router ins Internet kommt, braucht er eine Internet-Adresse. Diese wird ihm vom Netz automatisch zugeteilt, sobald er sich anmeldet. Diese Zuteilung ist allerdings eher wie eine Leihgabe: Sie gilt für eine bestimmte Zeitspanne. In der Technik nennt man das Lease-Time, also sinngemäß die „Leihdauer“.
Damit der Anbieter weiß, welches Gerät diese Leihgabe gerade nutzt, orientiert er sich an einer eindeutigen Kennung. Sehr oft ist das die MAC-Adresse des Routers. Und hier hilft ein Bild, das man sich gut merken kann:
Die MAC-Adresse ist der digitale Personalausweis des Routers.
Sie macht ihn im Netz eindeutig erkennbar – so wie ein Ausweis eine Person. Solange diese „Leihdauer“ noch läuft, ist die Zuteilung im System häufig weiterhin mit genau diesem „Personalausweis“ verbunden – also mit der MAC-Adresse des bisherigen Routers.
Deshalb kommt der neue Router dann nicht sofort ins Internet
Wenn du den alten Router abziehst und unmittelbar den neuen anschließt, passiert aus Sicht des Anschlusses etwas, das etwas „unhöflich“ wirkt: Das System hat den alten Router mit seiner MAC-Adresse noch als aktuellen Nutzer der Leihgabe gespeichert, und plötzlich steht da ein anderes Gerät mit einem anderen „Ausweis“. Manche Anschlüsse reagieren darauf, indem sie den neuen Router zunächst nicht sauber zulassen oder ihm keine nutzbare Internet-Adresse geben.
Das fühlt sich für dich so an:
Der neue Router startet, die Lampen leuchten, vielleicht steht sogar „verbunden“ im Menü – aber Internetseiten laden nicht. Genau an dieser Stelle beginnt oft das wilde Herumprobieren: Neustart, Werkseinstellungen, Kabelwechsel, Support anrufen. Und genau das ist häufig unnötig, weil das eigentliche Problem nicht die Einrichtung ist, sondern die noch laufende „Leihdauer“ des alten Routers.