ChatGPT ist für viele längst zum digitalen Helfer geworden – beim Schreiben von Briefen, beim Kochen oder bei technischen Fragen. Doch immer wieder taucht die Sorge auf:
Was passiert mit meinen Eingaben? Wer liest mit – und wie kann ich mich schützen?
Die gute Nachricht: Mit wenigen Einstellungen lässt sich die Privatsphäre zuverlässig sichern – und das ganz ohne Fachwissen.
Welche Daten ChatGPT überhaupt speichert
Wie bei jedem Internetdienst werden einige technische Daten automatisch mitgesendet, etwa die IP-Adresse oder der Zeitpunkt der Nutzung.
Wichtiger sind jedoch Ihre eigenen Eingaben: also alles, was Sie schreiben oder hochladen.
Diese Inhalte braucht ChatGPT, um antworten zu können. Manche Daten werden außerdem verwendet, um den Dienst zu verbessern – wenn Sie das erlauben.
So verhindern Sie, dass Ihre Chats zum Trainieren des Programms dienen
Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Gespräche zur Weiterentwicklung des Modells beitragen, können Sie das in den Einstellungen ausschalten.
Gehen Sie dazu wie folgt vor:
- Klicken Sie auf das Profilbild (unten links am Bildschirm).
- Wählen Sie „Einstellungen“.
- Öffnen Sie den Bereich „Datenschutz und Sicherheit“.
- Dort finden Sie die Auswahl „Nutzung meiner Chats zur Verbesserung des Modells“.
→ Diesen Schalter ausschalten.
Alternativ können Sie im sogenannten Datenschutz-Portal von OpenAI (erreichbar über die Hilfe-Seiten) ebenfalls festlegen:
„Meine Chats nicht zur Verbesserung des Modells verwenden“.
💡 Tipp: Die Bezeichnungen können sich nach App-Version oder Update leicht unterscheiden. Achten Sie auf Formulierungen wie „Verwendung meiner Chats zur Verbesserung“ oder „Modelltraining“ – der Effekt ist derselbe.
Temporäre Chats – ideal für vertrauliche Themen
Wenn Sie über etwas Persönliches schreiben möchten, etwa Gesundheit oder Finanzen, können Sie dafür „temporäre Chats“ nutzen.
Diese erscheinen nicht im Chat-Verlauf, werden nicht zum Training verwendet und automatisch nach spätestens 30 Tagen gelöscht.
Das ist die sicherste Variante, wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten.
Das Gedächtnis („Memory“) von ChatGPT
ChatGPT kann sich – wenn Sie das erlauben – einige Dinge merken, zum Beispiel:
„Ich bin Vegetarier“ oder „Ich schreibe für den Seniorenbeirat Aar-Einrich“.
Diese Funktion heißt „Gedächtnis“ (im Menü meist „Personalisierung“ genannt).
Sie können sie dort jederzeit verwalten:
- Einstellungen → Personalisierung → Mein Gedächtnis verwalten
– einzelne Erinnerungen löschen, alles zurücksetzen oder die Funktion ganz ausschalten.
Wichtig: Wenn Sie nur den Chat löschen, bleibt das Gedächtnis trotzdem bestehen. Es muss also separat gelöscht werden.
So können Sie Ihre Daten herunterladen oder löschen
Wenn Sie wissen möchten, welche Daten ChatGPT über Sie gespeichert hat, können Sie diese herunterladen:
- Klicken Sie auf das Profilbild.
- Wählen Sie „Einstellungen“ → „Datenschutz und Sicherheit“.
- Klicken Sie auf „Daten exportieren“.
→ Sie erhalten eine E-Mail mit einer ZIP-Datei.
Wenn Sie Ihr Konto löschen möchten, geht das ebenfalls in diesem Bereich.
Alternativ bietet OpenAI ein spezielles Datenschutz-Portal, über das Sie die Löschung anfordern können.
Die meisten Daten werden dann innerhalb von 30 Tagen entfernt.
Fünf einfache Tipps für sicheres Chatten
- Keine vertraulichen Daten eingeben.
Passwörter, Ausweisnummern oder Gesundheitsdaten gehören nicht in den Chat. - Training ausschalten.
In „Datenschutz und Sicherheit“ die Nutzung Ihrer Chats zur Verbesserung deaktivieren. - Temporäre Chats verwenden, wenn Sie über Privates schreiben.
- Gedächtnis regelmäßig prüfen und Einträge bei Bedarf löschen.
- Daten exportieren – so behalten Sie den Überblick, was gespeichert ist.
Häufige Fragen
Kann jemand bei OpenAI meine Chats lesen?
In der Regel nicht. Nur in Ausnahmefällen – etwa bei technischem Support oder bei Verdacht auf Missbrauch – dürfen Mitarbeitende einzelne Gespräche einsehen.
Werden gelöschte Chats trotzdem gespeichert?
Nein. Laut OpenAI-Update vom Oktober 2025 werden gelöschte Chats nach Ablauf einer Sicherheitsfrist endgültig gelöscht.
Gelten meine Einstellungen auch auf dem Smartphone?
Ja, aber prüfen Sie sicherheitshalber auch in der App, ob dort dieselben Schalter gesetzt sind.
Fazit
Mit den richtigen Einstellungen bleibt ChatGPT ein nützlicher Helfer – ohne dass private Informationen in falsche Hände geraten.
Ein kurzer Blick in „Datenschutz und Sicherheit“, gelegentlich ein Daten-Export und ein aufgeräumtes Gedächtnisreichen völlig aus, um die Kontrolle zu behalten.


