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Amazon ist nicht immer Amazon – wer ist der Verkäufer?

Bei Amazon bestellt – aber bei wem eigentlich gekauft? Warum ein unbekannter Verkäufer zum Problem werden kann, wenn ein Gerät kaputtgeht. Und weshalb der Amazon-Kundenservice nicht immer weiterhilft.

Bild: ChatGPT

Du bestellst bei Amazon, bekommst ein Paket von Amazon und bezahlst über Amazon. Also hast du auch bei Amazon gekauft. Oder etwa nicht?

Genau hier liegt ein häufig übersehener Unterschied. Amazon ist nicht nur ein Onlinehändler, sondern auch ein Marktplatz, auf dem zahlreiche andere Unternehmen ihre Waren verkaufen. Und das kann unangenehme Folgen haben, wenn ein Produkt später kaputtgeht.

Amazon ist nicht immer der Verkäufer

Beim Einkauf über Amazon gibt es drei typische Möglichkeiten:

  • Verkauf und Versand durch Amazon: Amazon ist dein Vertragspartner und liefert die Ware.
  • Verkauf durch einen anderen Händler, Versand durch Amazon: Amazon verschickt das Paket, dein Vertragspartner ist aber der andere Händler.
  • Verkauf und Versand durch einen anderen Händler: Amazon stellt lediglich die Verkaufsplattform bereit.
Entscheidend ist deshalb nicht, wer das Paket verschickt, sondern die Angabe „Verkauf durch“.
Amazon als Verkäufer (Bild: ASW)
Deutscher Drittanbieter als Verkäufer (Bild: ASW)

Wenn der Verkäufer am anderen Ende der Welt sitzt

Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn hinter einem Angebot ein unbekanntes Unternehmen außerhalb der Europäischen Union steckt.

Hier ist ein reales Bestellbeispiel: Als Verkäufer erscheint ein chinesisches Unternehmen mit einer kaum nachvollziehbaren Anschrift.

Chinesischer Verkäufer mit kryptischer Adresse (Bild: ASW)

Das bedeutet nicht, dass solche Händler grundsätzlich unseriös sind. Doch was passiert, wenn das gekaufte Gerät nach acht Monaten defekt ist? Wie erreichst du den Verkäufer? Wohin schickst du die Ware? Und wie setzt du deine Ansprüche durch?

Ein günstiger Preis kann dann schnell zum teuren Ärgernis werden.

Amazon-Kundenservice: Hilfe nur bis zur Rücksendefrist?

Solange die reguläre oder eine verlängerte Amazon-Rücksendefrist läuft, lassen sich viele Probleme noch relativ einfach über das Kundenkonto lösen.

Schwieriger kann es danach werden. Wer wegen eines Defekts den Amazon-Kundenservice kontaktiert, erlebt mitunter, dass er an den eigentlichen Verkäufer verwiesen wird. Eine verbindliche Durchsetzung der gesetzlichen Gewährleistungsansprüche übernimmt der Amazon-Kundenservice nicht automatisch.

Das ist besonders ärgerlich, wenn der Verkäufer im Ausland sitzt und praktisch nicht erreichbar ist.

Wichtig: Bei einem Verbrauchsgüterkauf bestehen grundsätzlich zwei Jahre gesetzliche Mängelrechte gegenüber dem Verkäufer. Die Rücksendefrist von Amazon und die gesetzliche Gewährleistung sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Die Rechte verschwinden nicht mit Ablauf der Rücksendefrist – ihre Durchsetzung kann allerdings schwierig werden.

So vermeidest du böse Überraschungen

Bevor du bei Amazon bestellst, solltest du drei Dinge überprüfen:

  1. Wer verkauft? Achte auf die Angabe „Verkauf durch“ auf der Produktseite.
  2. Wo sitzt der Verkäufer? Klicke auf den Händlernamen und überprüfe die Unternehmensanschrift und Impressum.
  3. Ist der Preisvorteil das Risiko wert? Gerade bei teuren Elektrogeräten kann ein gut erreichbarer Verkäufer wichtiger sein als ein paar Euro Ersparnis.
Verkäufer aus China. Amazon Kundendienst hilft nicht (Bild: ASW)

Und noch etwas: Dasselbe Produkt kann bei Amazon von unterschiedlichen Händlern zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Es lohnt sich deshalb, nicht nur die Preise, sondern auch die Verkäufer zu vergleichen.

Nicht nur den Preis vergleichen, auch den Verkäufer überprüfen! (Bild: ASW)

Kurz zusammengefasst

Amazon ist bequem, aber nicht jedes Produkt wird auch von Amazon verkauft. Der tatsächliche Verkäufer ist grundsätzlich für deine gesetzlichen Gewährleistungsansprüche verantwortlich.

Mein Rat: Bei teureren Anschaffungen bevorzuge ich einen Händler mit nachvollziehbarer Anschrift und gut erreichbarem Kundendienst, möglichst innerhalb Deutschlands oder der EU.

Denn entscheidend ist nicht nur, wie schnell das Paket ankommt, sondern auch, wer dir hilft, wenn das Gerät ein Jahr später nicht mehr funktioniert.


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