Ein fremder Mensch spricht Sie am Bahnhof, auf einem Parkplatz oder an einer Autobahnraststätte an. Er wirkt aufgeregt und erzählt eine glaubwürdige Geschichte: Die Geldbörse sei gestohlen worden, die Kreditkarte funktioniere nicht mehr oder die Rückfahrkarte könne nicht bezahlt werden.
Er brauche nur etwas Bargeld. Das Geld werde selbstverständlich sofort zurückgezahlt – per Echtzeitüberweisung direkt auf Ihr Konto.
Dann holt die Person ihr Smartphone hervor, öffnet eine Banking-App und tippt vor Ihren Augen Ihre Kontodaten und den Betrag ein. Auf dem Display erscheint eine Bestätigung: Die Überweisung sei ausgeführt worden.
Alles sieht echt aus. Doch das Geld kommt nie an.
Die Polizeiliche Kriminalprävention warnt vor dieser Betrugsmasche, die als „Stranded Traveller Scam“ bezeichnet wird. Übersetzt bedeutet das ungefähr: Betrug durch angeblich gestrandete Reisende.
Die Geschichte ist auf Hilfsbereitschaft zugeschnitten
Die Betrüger geben sich als Reisende in einer Notlage aus. Angeblich wurden ihnen Geld, Papiere oder Kreditkarten gestohlen. Manchmal fehlt nur noch das Geld für eine Fahrkarte, eine Tankfüllung oder die Weiterfahrt nach Hause.
Die Geschichte ist bewusst so aufgebaut, dass man sich leicht in die Lage der betroffenen Person hineinversetzen kann. Schließlich könnte jeder selbst einmal auf einer Reise ohne Geld oder Dokumente dastehen.